Müdigkeit
Wird schon schlaff der Parze heikler Faden,
sieh, wie flockenzart der Traum entschwebt.
Laß ins Dunkel Wortes Falter taumeln,
der am Honig süßen Sinns geklebt.
Müdigkeit läßt hin die Ruder fahren,
und die Wellen werden langsam glatt.
Daß an Ufern fern noch Geister winken,
hofft dein Herz nicht mehr, vom Schaukeln matt.
Boten dunkler Abkunft, wie sie knistern,
Motten, von der Kerze Schein gelockt.
Verse kommen nicht, nur dumpfes Stöhnen,
wenn auf deiner Brust der Nachtmahr hockt.
Quellen, Blüten aus der Jugend Auen,
lang verrauscht, im Abendzwielicht fahl.
Aschengrau das goldne Haar der Frauen,
taub der Mund, den du geküßt einmal.
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