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Die Haut der Seele

26.03.2026

Die Haut der Seele fühlt mit feinen Poren,
ob kühler Hauch, ob milder Blick sie streift.
Sie ist es, die den Sinn des Leids begreift,
wird ihr der Flaum der Unschuld abgeschoren.

Vom Strahl Apolls, des Bogners, jäh entzündet,
tat auf sich ihr eine Auge, Glanz von Tau,
daß sie das Licht der Wahrheit noch erschau,
bevor es in des Bacchus Wahnnacht mündet.

Und welkt die Haut, für Hauch und Kuß schon taub,
mag sich die Seele knospengleich verschließen,
bis sich der Sinn verwirrt im Dämmerlaub.

Die unter schwermutdunklen Wimpern fließen,
die Tränen schluckt gedächtnisloser Staub.
O Schatten, die aus blinden Poren sprießen.

 

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