Das zerrissene Sinngewebe
In Erinnerung an Charles Baudelaire
Krank nimmt dich wunder das gesunde Leben,
wenn es sich schamlos in die Sonne reckt.
Im Laubwerk dunkler Wißbegier versteckt,
bist du dem Glanz der glatten Haut ergeben.
Die bang vorm jähen Abgrund Sprache zaudern,
gern lauschen sie, wie Wasser heiter gluckst.
Dem Stotterer ähnlich, der herum nur druckst,
bezaubert sie der Schönen eitles Plaudern.
Dir ward das Sinngewebe blind zerrissen
von schlanker Hand, die du devot geküßt.
Der Rest ist Wirrwarr, Rätselfäden, lose.
O Flechten, Schlangen auf dem Marterkissen,
wie wild ihr würgtet, Gift habt eingeflößt,
bis welk sank hin das Wort, des Mundes Rose.
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