Der dünne Spalt
Auf Splitter hat der Traum gestreut das Licht,
der dünne Spalt in unsres Schlafes Mauer.
Den Efeu, silbern unter Mondes Schauer,
erblickt der eingeschlossene Träumer nicht.
Die Saite, von der Schwermut Hand geweckt,
kann höher als ihr dumpfes Herz nicht schwingen.
Des Liedes Halme, die nach Atem ringen,
sind vom Kristall der Schmerzen zugedeckt.
Kann, Dichter, nicht dein Vers ins Offne flügeln,
der Taube gleich, die Noah einst entsandt,
daß er das Grün uns bringt zum Lebenszeichen?
Sind immerdar wir ins Verlies gebannt,
sehn nie den Glanz des Taus auf jenen Hügeln,
nicht Lilienlicht des Schwans auf dunklen Teichen?
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