Was die Wunde kühlt
Im Laub der Sommernacht hört der Versehrte
ein sanftes Flüstern, das die Wunde kühlt,
wo sich Erinnerns Stachel müd gewühlt.
Ihm ist, als ob verirrte Liebe wiederkehrte.
Aus harter Kruste wundersam geflossen,
löst weiches Wasser ab der Seele Grind.
Den Gnadenglanz, für den sie lange blind,
sieht sie im Tau von traumgewiegten Sprossen.
Hauch, Dichter, in dein grünes Blattwerk Frische,
daß Frühling atmen, die sich drunter betten.
Laß auf die Müden Tropfen Lichtes wehen,
die sie vorm schwarzen Abgrund Schwermut retten.
Ins Blau des Himmels zarten Purpur mische,
wenn heim sie in die Abendröte gehen.
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