Der Dichter und die Pest
Wie giftiger Keim im Speichel von Waranen
die Lebensgeister lähmt, verbluten läßt,
macht uns zu Siechen fauliger Phrasen Pest,
zersetzt sie wachen Sprachsinns Nervenbahnen.
Wie mit den gleisnerischen Tropfen Mücken
in ihr Verderben lockt der Sonnentau,
wird Einfalt, von utopisch stillem Blau
gebannt, jäh blitzender Messer Nacht zerstücken.
Halt, Dichter, fern dich von den Ungetümen,
an deren Lefzen glitzernd Lethe trieft,
von Fleurs du Mal, mag purpurn ihr Schoß auch blenden.
Der Unschuld Schnee, der Hoffnung Grün zu rühmen,
ward dir von Mnemosyne früh verbrieft –
doch mußt den Blick du ab von Sodom wenden.
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