Franz Schubert, Klaviersonate Nr. 21
Aus welchen Fernen kommst du, süßer Klang?
Willst du ins Grenzenlose weitergleiten?
Bist du der Abschied oder Übergang?
O könntest durch die Nacht du mich geleiten.
Ich hab an deinen Ranken nur den Halt
wie einer Blütenkrone leises Zittern,
wenn die Erinnerung sich Tropfen ballt
und Liebe sagt, wie schmecken sie so bitter.
Du bist der Sehnsucht Licht, das bald vergeht,
kaum daß geschienen es ins dunkle Leben.
Die Blüte bist du, wenn ihr Duft verweht,
wenn noch des Falters zarte Fühler beben.
Die Vögel sangen süß, wo du geweilt,
aus Zweigen mit Orangen kamen Stimmen.
Der Früchte süßeste hast du geteilt –
o Küsse, die ans andre Ufer schwimmen.
Doch bringt uns Salz von mythisch-grünem Meer
ein stürmendes Gefühl, ein Brandungssausen.
Wir hoffen auf Selenes Wiederkehr,
daß deine Wogen uns ins Traumschilf brausen.
Interpretation durch Sviatoslav Richter:
https://www.youtube.com/watch?v=lncNcNtGkJY&list=RDlncNcNtGkJY&start_radio=1
Comments are closed.