Durchs Gehölz verdorrter Worte
Durchs Gehölz verdorrter Worte,
schief gewachsen
unterm scharfen Strahl Apolls,
Krüppelstümpfe,
sacht umwickelt da und dort
von Selenes stillen Moosen,
geht hin dein schmerzender,
dein ausgetanzter Fuß.
Verglühter Oden
trockenes Laub
weht herab nur dürres Rascheln.
Vom Aronstab,
der wie aus Psalmenzwielicht starrt,
tropft ein blasser Reim.
Wohin denn, Dichter,
führt Schwermut dich
zu später Stunde?
Spricht dir geisterhaftes Schimmern
zwischen Dorngestrüpp und Eichenstrunk
von einer Lichtung noch,
betaut vom dunklen Glanz
der Elegie?
Da ist bloß ein Geweb von Spinnen,
wo unterm schwärzlichen Grind
der Todgeweihten
im kalten Mondlicht
lacrimae rerum glimmen.
So leg dich hin,
wo Melde kriecht
und Löwenzahn um Disteln bleckt.
Kaum eingeschlafen
fühlst du Tau
von den Lidern
nie geküßter Himmelsrose
auf die Stirn dir rinnen.
Breitet Nacht ein Vlies
für unerfüllter Liebe
hoffnungslose Klage?
Ist es noch Dämmerung,
ist es schon Traum,
als würden ferner Heimat,
bitterer Legende Brunnen
überfließen?
Es ist das Gurren einer wilden Taube,
die bangen Schwunges flattert,
wenn herniederweht
der Eule Schatten.
Kein Adoneus,
kein Iambus
kann den Riß ermessen
durch süßer Minne Lied,
der Waldmaus jähes Todesschrillen.
Es ist vorbei.
Dich reißt das Heulen der Motoren,
der Moloch mit dem Schlund aus Stahl
und gläsern-tränenlosen Augen
aus der Mulde
vergilisch-grünen Dämmers.
Stopf den abgerupften Vers,
Holunders schwarze Glykoneen
in den Rucksack
eines biederen Studienrats
auf Bildungsreisen.
Schlepp dich durch Attrappen
totgereimten Walds
ins städtische Büro.
Die nichts nährt
als deinen Überdruß,
der Phrasen harte Kruste
würg hinunter.
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