Skip to content

Rückblick auf Rilke

17.05.2026

Fad ward uns bald das Rilkesche Soufflé,
leid, daß kaum angerührt es hohl versackte,
gereimte Tartes, in Seidenkrepp verpackte,
geschäumtes Eiweiß, unfruchtbarer Schnee.

Nur manchmal glomm ein Tropfen Blut am Mund,
wenn zarte Porzellanmadonnen brachen
und uns der Wahrheit harte Splitter stachen,
doch fielen sie in echolosen Grund.

Da haben wir wie Fromme lang gefastet,
um aufzutun der Elegien Schrein.
Und wirklich, unser schwermutstummes Darben

hat noch des Wortes reines Brot ertastet.
In stillen Dämmerlauben wuchs ein Wein,
der Seelen weckt, die fast an Sprachnot starben.

 

Comments are closed.

Top