Finis Hesperiae
Gepanschten Wein hat Narren man kredenzt,
doch Fusel kann die Wahrheit nicht erwecken.
Als Frau hofiert man schamlos, was geschwänzt.
Ein Dildo soll, was unfruchtbar, verdecken.
Den weißen Schaum um Aphrodites Lenden
bepißt ein Neger, dem sie Freibier spenden.
Der Wohllaut frühen Sanges ist verhaßt,
die Chöre, die ins Morgenrot geschritten.
Die zarten Rosen Walthers sind verblaßt,
umsonst hat Trakls Herz die Nacht durchlitten.
Nun zucken Schatten in obszönen Gesten,
Wahnschrei entquillt von Lippen, längst verwesten.
Der Haß auf alles Edle ist uralt,
der Neid ein Erbteil dunkler Erddämonen,
wenn Lachen aus den hohen Sälen schallt,
wo leichten Lebens blonde Götter wohnen.
Das Gift ist in die Blutbahn schon gedrungen,
verdüstert selbst, die einst das Licht besungen.
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