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Der Dichter und die Anmut

12.09.2026

Mit Abendschatten sinnend sitzt am Rand,
in Walthers melancholischer Gebärde,
vergebens lauschend, Anmut, traumgebannt,
ob einmal sie noch tönt, die dumpfe Erde.

Du gingst mit ihr, da war ihr Mund noch rot
und hauchte Duft, der deine Verse nährte.
Verstummt ist sie wie vor der Säule Lot,
als Gottes Feuer Sodoms Wahn verzehrte.

Willst, Dichter, du nicht, da es worden spät,
damit es auf noch glimmt, ins Aug ihr schauen,
die mürben Lippen mit dem Liede feuchten?

„O Anmut, süßes Licht im Weltengrauen,
o Blüten, die ein hoher Geist gesät,
laß auch in Grabes Schatten sie noch leuchten!“

 

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