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Der Dichter und die Hydra

11.09.2026

Vielköpfig, Hydra, und aus vielen Rachen
speit aus sie Wahnes schweflig-faulen Schleim.
Du kreist in Wirbeln, grauer Schäume Reim,
in deiner lecken Verse Narrennachen.

Es gibt kein Ufer, wo sie nicht den Halmen
ihr Gift verspritzte, keinen Gnadenhort,
zu betten noch das ruhelose Wort
auf stille Moose, Davids Segenspsalmen.

Das Untier füttern sie, wie man dem Moloch
das Fleisch vom eignen Fleisch geopfert einst,
mit Fetzen, die sie aus dem Sprachmüll reißen.

Und hältst du zitternd dich ans Versmaß noch,
kein Flügel schwingt hernieder, weil du weinst.
Geduld, bald wird dein Vers im Abgrund gleißen.

 

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