Der Vampir Liebe
Als Engel kehrt um Mitternacht zurück,
wenn einsam liegt die Seele, mondumschattet,
was an der Vene sog, bis sie ermattet,
der Vampir Liebe, der geschlürft ihr Glück.
Und wenn sein Flügel weiche Flocken weht,
ist ihr, als müsse sie im Schnee ersticken,
als würden kristalline Uhren ticken,
die langsam schmelzen, bis der Zeiger steht.
Sie träumt, es nahe sich ein Mund dem ihren,
als wolle er sie küssen oder säugen
mit süßen Giften und mit bitterm Tau.
Des Menschen Seele gleicht den scheuen Tieren,
die sterbend noch aus dunklen Höhlen äugen,
ob das verheißene kommt, das schöne Blau.
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