Das Fenster und der Turm
Dem Andenken an Friedrich Hölderlin
Das Fenster, wo er stand, dem Licht zu danken
und auf den lieblichen, den Neckarauen
den milden Glanz des Morgentaus zu schauen,
sieh, wie es fahle Schatten überranken.
Die sich zum blauen Äther aufgeschwungen,
zerkratzt von Schreien ward der Samt der Töne,
die er beschwor, daß sich der Geist versöhne,
verschluckt vom Dunst der Stern, den er besungen.
Wir hören schon das Turmgemäuer splittern,
als stießen einen Rammbock die Titanen,
sich Brachland, Wüsteneien zu erschließen.
Der barhaupt weilte unter den Gewittern,
ließ uns Enterbten nur ein dumpfes Ahnen,
wie Lichtgesänge jäh zum Orkus fließen.
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