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Gedächtnis atmet auf

27.07.2026

Frühe Namen hat fast schwülstiger Abschiedshauch
später Blüten erstickt. Salziger Wind vom Meer
riß ihn fort, und dir atmet
wieder frisch ein Gedächtnis auf.

Scheint auch bäurisch die Form, fahl schon das blaue Zeug,
lang in Truhen verwahrt: wasche, polier es gut,
und mit herbstlichem Most ge-
füllt, weht dich Mnemosyne an.

Überwuchert von Moos, ward unlesbar die Schrift.
Rätsel munkelt der Spruch, muß an Fragmenten sich
müde tasten das Auge.
Schab den Wildwuchs vom Stein und lies.

Trügend hat uns ein Bild, dunstigem Schleier gleich,
Wortes offenen Sinn mystisch verhüllt. Es glänzt
transparent nur ein Tropfen,
kondensiert er, sagt Wittgenstein.

Doch braucht kosende Hand, lächelndes Angesicht,
einsam schluchzender Mund, Röcheln der Todespein
Dichtung eigenen Ranges.
Angedenken umrankt der Vers.

 

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