Liebe schlägt die Augen auf
Wie taumelt hin der Geist, gleich Faltern müd,
die sich aus blauen Veilchen Schlaf gesogen,
und ist beflügelt doch ins Licht geflogen,
zu kehren mit dem Honig heim, dem Lied.
So flackern Kerzen, die Liebe angefacht,
daß Augen feucht sich eins im andern spiegeln,
bis sie erlöschen unterm Hauch von Flügeln,
wenn düster schwirrt der Schwermut Bote Nacht.
In Mnemosynes Garten sind noch Waben,
aus denen dunklen Lichtes Honig quillt
von den Violen, die im Mond geblüht.
Mag sich der müde Geist daran erlaben,
auf daß er Wachs in hohe Leuchter füllt,
und Liebe schlägt die Augen auf und sieht.
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