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O Tropfen Wollust

22.06.2026

Wenn drückend ist die Luft, der Geist ermattet,
und zwischen Wolken stürzt der Schwalbe Schrei,
wie sehnen wir des Abends Hauch herbei,
im Gras den Schlummer, Träume, laubumschattet.

Wir wähnen im Geflimmer Anmut schreiten
und wie auf ihrer zarten Schulter schwebt
der Krug mit kühlem Most, der neu belebt,
doch muß das Traumbild jäh vorübergleiten.

Da stößt das Fenster auf des Windes Faust,
und atemholend lauschen wir dem Singen,
wenn sanfter Regen hin durchs Blattwerk braust.

Als würden, Äthers blauer Flut entsprungen,
die Engel ihre weiße Wäsche wringen.
O Tropfen Wollust auf verdorrten Zungen.

 

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