Veni, Sancte Spiritus
Pfingstsequenz, Stephan Langton (ca. 1150–1228) zugeschrieben
Veni, Sancte Spiritus,
Et emitte caelitus
Lucis tuae radium.
Veni, pater pauperum,
Veni, dator munerum,
Veni, lumen cordium.
Consolator optime,
Dulcis hospes animae,
Dulce refrigerium.
In labore requies,
In aestu temperies,
In fletu solatium.
O lux beatissima,
Reple cordis intima
Tuorum fidelium.
Sine tuo numine
Nihil est in homine,
Nihil est innoxium.
Lava quod est sordidum,
Riga quod est aridum,
Sana quod est saucium.
Flecte quod est rigidum,
Fove quod est frigidum,
Rege quod est devium.
Da tuis fidelibus
In te confidentibus
Sacrum septenarium.
Da virtutis meritum,
Da salutis exitum,
Da perenne gaudium.
Komm, Heiliger Geist
Komm, Heiliger Geist,
und sende, was im Himmel gleißt,
deines Lichtes Strahl.
Komm, Vater, wir darben,
komm, Schnitter von Strahlengarben,
komm, Licht, das Herz ist fahl.
Du Tröster grenzenlos,
der Seele süßer Schoß,
süßer Tau im bittern Tal.
In der Mühsal Rast,
Maß in wilder Hast,
Tränen wischst du ab.
O Licht, das einzig selig macht,
strahl in des Herzens Schacht
deiner treuen Schar hinab.
Abseits deines Lichts,
ist der Mensch ein Nichts,
und keine Unschuld blüht.
Wasch ab des Unrats Grind,
betau Verdorrtes lind,
die Wunde kühl, die glüht.
Das Starre beuge weich,
hauch, und Kälte weicht sogleich,
lenk heim, was durch ein Irrsal zieht.
Gib uns, die dir vertrauen,
auf deine Treue bauen,
den siebenfach gebrochnen Gnadenstrahl.
Gib der Tugend ihren Kranz,
der Erlösung reinen Glanz
an deinem himmlischen Freudenmahl.
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