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Dichters Phantasmen

28.10.2026

Da reichst du unverhofft mir deine Hand,
ein scheues Tier schlüpft so in seine Höhle.
Wir wandeln wie durch Frühlings bunten Tand,

und Pfiffe wirbeln auf aus mancher Kehle.
Die voller Anmut rankt am Gartenzaun,
Clematis öffnet ihre helle Seele.

Entrückt nun scheint mir dumpfen Daseins Graun,
fühl ich dein Blut an meinem Blut sich wärmen.
Als könnte ich mein Herz dir anvertraun,

auf daß es fortan sich nicht müsse härmen,
wenn ihm die Spinne Nacht den Schleier webt
und ihn zerreißt des grellen Tages Lärmen.

Du Tor, der auf den Schmerz Phantasmen klebt.
Der Vers schreit auf, reißt du sie von den Wunden.
Kurz hat das Trugbild nur den Geist belebt,

ein Nachtmahr dehnt es endlos tote Stunden.

 

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