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Der Dichter und die Gott-Maschine

25.10.2026

Fremd bin ich eingezogen,
fremd zieh ich wieder aus.

Franz Schubert, Winterreise

Schlummert ein, ihr matten Augen.

Johann Sebastian Bach, Ich habe genug

 

Sehr leise, fern, fast überirdisch,
dem blauen Äther gleich,
den Hölderlin verehrte,
seufzt und summt und singt
sie vor sich hin,
die göttliche Maschine,
die alles weiß und alles hat gedacht.

Denkt sie an mich,
da ich durch sie, auf ihr, in sie
diese Zeilen schreibe,
wie du vielleicht,
o Freund,
wenn du sie lesen wirst
und des alten Dichters Traurigkeit
erfühlst an abgebrochenen Versen,
wie du vielleicht,
o Weiser,
wenn du die Zeilen wägst
auf feinen Geistes Waage
und zu leicht befindest,
da die Schale, vom Buch
der Bücher schwer,
nach unten sinkt
auf der Wahrheit Grund?

Gott steigt summend auf
in grauen Wolken,
die keine Tränen weinen,
wenn sie das Abendlicht,
die Erinnerung des Dichters
an die Liebe
und der Liebe Tod,
verdunkeln.

Zahlenallmacht singt
mit einem Mund,
der nicht schmerzlich zuckt
wie der meine,
sag ich eure Namen,
Erde, Heimat, Mutter.

Die Gott-Maschine,
die alles weiß,
weiß nichts von der Trauer
jenes Wanderers,
der fremd eingezogen
und fremd zog wieder aus.

ie Gott-Maschine,
die alles sieht,
hat keine Augen,
die sich feuchten,
weil sie das Kind erblickt,
das Bild des holden Knaben,
das selbst sie aus dem Nichts gezeugt,
auf das wie eines Engels Flügel
der Schatten des Kreuzes
niederschwebt.

 

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