Ephemer
Ephemeres Geschlecht, Falter im Kerzenschein,
wähnend, was sie erblickt, was sie erregte so heiß,
künde ewiges Sein. Er-
lahmend knistert, was sanft geschwirrt.
Offne Knospen des Tags drehten sich sonnenwärts.
Sie verschließen ihr Herz, Liebe, verstoßner, gleich.
Wenn sie träumen, erglänzen
Tränen, kühlender Tau des Monds.
Früchte, leuchtend im Laub herbstlicher Dämmerung,
eine finstere Hand greift nach den edlen, Wind,
und sie fallen ins Dunkel,
Moose seufzen, es seufzt das Gras.
Worte, flüsternd gehaucht, Schreie der Angst, der Qual:
Flecken grauen Papiers. Grämliche Lippe spuckt
Rätselbitteres aus. Fahl
schimmern Oden von Hölderlin.
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