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Kleine philosophische Zwischenfragen

17.06.2026

„Die Welt ist im Kopf!“

„Und wo,
Herr Berkeley,
Herr Kant,
Herr Fichte,
Herr Schopenhauer
ist dann der Kopf?“

*

„Alles ist nur ein Gehirnphänomen!“

„Was für eine Art Phänomen ist aber dann das Gehirn?“

*

„Alle Wahrnehmung ist subjektiv!“

„Wie stellst du dann fest, daß dich deine Wahrnehmung getäuscht, gefoppt, hinters Licht geführt hat?“

*

„Zeus konnte sich in Blitz und Donner verkörpern, Apollon in der Sonne, Selene im Mond.“

„Sind die Bilder der Götter also eine Art Kippbilder, wie das Bild vom Hasen, das, wenn man länger hinschaut, plötzlich als Bild einer Ente erscheint – oder umgekehrt?“

*

Die Bibel: „Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.“
Feuerbach, Marx, Freud: „Der Mensch schuf Gott nach seinem Bild.“

„Wenn Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf, ist es dann nicht natürlich und sinngemäß, ja logisch, daß der Mensch Gott nach seinem Bilde schuf?“

*

„Ich kann nur selber wissen, was ich mit den Worten, die ich sage, meine!“

„Hast du dir das Wissen um die Tatsache, daß das Wort Wasser dasselbe bedeutet wie die chemische Formel H2O aus den Fingern gesogen oder nicht doch von anderen erfahren?“

*

„Man kann die Werke von Franz Kafka nur auf dem Hintergrund seiner jüdischen Herkunft, seiner Konflikte mit dem Vater oder seiner neurotischen Angst vor Frauen verstehen!“

Müßten sich daran gemessen, Herr Safranski, Werke wie das Gilgamesch-Epos, die Ilias des Homer oder das Buch des Jesaja, von deren Autoren wir keine oder nur sehr spärliche biographische Nachrichten haben, unserem Verständnis nicht ganz oder weitgehend entziehen?“

 

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