Es ist vorbei
O Schattenbild, es ist vorbei.
*
Könnt ich’s noch einmal vor die Seele rufen!
Friedrich Hölderlin, Der Tod des Empedokles
Es ist vorbei. Erinnerung, ein Glanz,
der matt sich nur in Tränen spiegelt.
Und kam aus einem Himmel, einem Wort,
von blauen Äthers Hauch beflügelt.
Als wär der dunkle Brunnen, der Gesang,
vertrocknet unter scharfen Strahlen,
und die genährt einst hat des Gottes Huld,
des Mundes Blumen mußten fahlen.
Wo Rose übersonnt den Lilienschnee,
zerschlagen hat die edle Vase
die Niedertracht, der Mißgunst dumpfer Knecht,
enthemmt vom Chloroform der Phrase.
Es ist vorbei. Der Völker Herz, es schlägt
nicht mehr, ward Hertha aus der Brust gerissen
von Klauen, scharf gewetzt am Totenmal,
von dunklen Meuten totgebissen.
Sprach uns wie eine Laute, die nachtönt,
läßt müde Hand sie los, daß wiederkehre
die Seele noch, der Abendwind?
Ein Schluchzen war’s, Gewürg der Leere.
Siehe:
Der Tod des Empedokles, Regie Danièle Huillet, Jean-Marie Straub (1987):
https://www.youtube.com/watch?v=2LIBvXmX4ww
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