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Der getrübte Augenblick

06.06.2026

Die im Frühlicht singen, orphisch stammeln,
ahnen nicht, daß aller Laut erlischt,
wenn die Nacht die Bitterkräuter mischt
in den Honig, den Tagwesen sammeln.

Glücklich, die, verschont vom Todesgrauen,
sich in stiller Bläue Nester bauen.

Alle Tage hat Kairos verdichtet,
alle Sommer bündeln sich zum Strahl,
und der Sehnsucht dunkles Muttermal
ist von feuchtem Tauglanz schon durchlichtet.

Uns zerläuft der Augenblick in Ringen,
die an schroffer Norne Stirn zerspringen.

Sorge nährt uns, eine düstre Amme,
Schwermut, reife Traube, purpurn, süß,
ungepflückter Traum vom Paradies,
bis das Mark verzehrt hat Dämons Flamme.

Wenn sich Sänge abendlich erheitern,
tragen stumm wir heim die Last von Scheitern.

 

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