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Die geschändete Luna

30.05.2026

Der Sonne Glut, an deiner Wange kalt,
ein Schnee, den Tränen nicht zum Schmelzen bringen.
Auf turteltaubenflaumenstillen Schwingen
flogst du durch unsrer Träume Schattenwald.

Den du geküßt, schläft süß, Endymion,
und was er träumt, sind weicher Lüfte Schwestern,
Gezwitscher, aufgeweht aus schwanken Nestern,
als wär sein Schlaf bestäubt von blauem Mohn.

Uns blieb allein ein stummer öder Stein,
den Hybris mit Titanengeifer fleckte,
ein Fühlen dumpf, wenn Gischt der Ozeane

dringt in der Seele taube Poren ein.
Die Sehnsucht aber, die einst Luna weckte,
verfiel der Mahd wie Veilchen und Zyane.

 

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