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Die Sehnsucht nach der neuen Erde

03.05.2015

Erkläre mir, woher sie rührt,
die Sehnsucht nach der neuen Erde.

Scheint doch alles da,
die Erde rund,
der Ströme und der Meere Sagen blau –
ihr roter Mund
sagt er dir nicht,
was Liebe meint, genau?

Und doch scheint da ein Fehl, ein Spalt,
der durch den Bau der großen Glocke geht,
und wenn sie anschlägt Gottes Wortgewalt,
ein Misston durch die Seele weht.

Und blüht ein weißer Flieder wild,
sind Kinder, auf die Träume schneien,
wie Eiderflöckchen, taubenmild,
sind Herzen, die sich Dämmer leihen.

Und doch scheint da ein Ungenügen,
kann sich der Liebe Leib und Leben
nur in dem Traum der Reime fügen –
kann keiner ohne Falsch sich geben.

Schon schmeckt in Versen Aschenstaub,
bitter vom Geruch der Gärten,
die wurden roter Winde Raub –
und stumm die Schatten der Gefährten.

Erkläre mir, woher sie rührt,
die Sehnsucht nach der neuen Erde.

Scheint doch alles da,
die Erde rund,
der Ströme und der Meere Sagen blau –
ihr roter Mund
sagt er dir nicht,
was Liebe meint, genau?

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