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Abendliches Trost-Sonett

08.04.2026

Daß Mozarts Serenade, Wohlklang übertöne,
was gluckst und schluchzt in Sümpfen, trüben,
der Schimmer, der vom Angelus geblieben,
uns mit dem Dunkel, das ihn schluckt, versöhne.

Im blauen Azur wölket, was gesungen,
der aus dem Turm geschaut auf Neckars Auen.
Wo Wogen sich am Fels der Schwermut stauen,
ist schon der leichte Schaum ins Lied gedrungen.

Neigt auch basaltnes Mal sich, das bemooste,
und sind fast blind, die lasen einst die Namen,
noch fliegen auf vom Ahnengrabe Samen,
uns, den enterbten Enkeln, wie zum Troste.

Die zuchtlos Mißklang in den Sümpfen laichen,
bald brennt der Hymne Strahl, und sie erbleichen.

 

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