Nächtliche Wallfahrt
Dem Andenken an Hildegard Hilten
Als wir den Waldpfad sind des Nachts gegangen,
wo Käfer, leuchtende, gewimmelt, strich
der Eule Flügel. Mäuslein, ob’s entwich?
Ich griff nach Mutters Hand in süßem Bangen.
Es dämpften unsre Schritte weiche Moose,
mir aber hat das Herz gepocht so wild.
Das Dickicht schien der dunklen Seele Bild,
die seufzt nach Schnee der Lilie, Glut der Rose.
„Ist, Mutter, es noch weit? Wo ist der Rhein,
wo die Kapelle mit dem Kerzenschimmer?“
„Sieh dort die Schneise, was da dämmernd blaut,
des alten Stromes Wasser muß es sein.
Dem Gnadenbildnis sind wir anvertraut,
Maria führt den rechten Pfad noch immer.“
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