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Ermunterung für zeitgeistmüde Dichter

29.05.2026

An Veilchen magst du wieder schauen,
wie innig stille Seelen beben,
wie hohem Strahl sich anvertrauen,
die überm dunklen Abgrund schweben.

Und hüllt sie ein Selenes Tuch,
Erinnern zehrt vom Wohlgeruch.

Am Wasser fühle süßes Bangen,
aus Tiefen springen feuchte Funken,
gleich Seelen, die nach Ufern langen,
kaum aufgeblitzt, sind sie versunken.

Und ewig gärt, was ungestalt.
O Tropfen Wort, aus Schaum geballt.

An Wolken lerne das Verwinden,
wie sie des Abends Purpur saugen,
macht Feuer, himmlisches, erblinden,
an zartes Grün gewohnte Augen.

Und kommt die Nacht, Mond kühlt den Sinn,
fliegt über Vers und Wolke hin.

 

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