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Die weibliche Stimme: Ariadne

26.05.2017

Im Sommergras

Es war ein Reißen
üppiger Seide, das mich bog
in Blutes süßes Grauen,
der Zymbeln und der Schlangen.

Er lag bei mir im Gras,
und seine Schultern glänzten,
beschuppt von einer Sonne,
die auf der Haut des Wassers trügt.

Die veilchenmüden Augenlider
schwangen sich und glitten
wie einer Eule nächtiges Sinnen.

Von schwermutweichen Lippen
sog ich den herben Wein,
der mich mit Gottheit tränkte.

Ich verlor mich im Gebüsch des Haars,
das von Schlummer triefte,
und schmeckte blaue Beeren.

War es eine grüne Woge
schaumgekrönter Küsse,
die meine Brüste hob?

War es ein gefiedertes Blatt,
das mein Bewußtsein teilte
wie grüner Zweig das glatte Wasser?

War es um welke Früchte einer Schale
bienenpelziges Summen,
das mich beschlief?

An meiner Hüfte verglühten
hingetupft wie ein Adieu
Flecken eines Pantherfells.

Als ich erwachte,
zögerte wie zerdrücktes Schilf,
das eratmend wieder aufsteht,
ein Schatten und entschwand.

 

Siehe:
https://en.wikipedia.org/wiki/Bacchus_and_Ariadne

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