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Lucius Annaeus Seneca, Epigrammata I

07.08.2021

Omnia tempus edax depascitur, omnia carpit,
omnia sede movet, nil sinit esse diu.
Flumina deficiunt, profugum mare litora siccant,
subsidunt montes et juga celsa ruunt.
Quid tam parva loquor? moles pulcherrima caeli
ardebit flammis tota repente suis.
Omnia mors poscit. Lex est, non poena, perire:
hic aliquo mundus tempore nullus erit.

 

Alles rupft der Zahn der Zeit, alles zermalmt sie,
alles stürzt sie vom Thron, keines läßt sie in Ruh.
Flüsse verrinnen, Meere versanden, Küsten vertrocknen,
Ebene wird das Gebirg, ragender Gipfel bricht ein.
Was nur von Kleinem reden? Der Wunderbau dieses Himmels
wird mit einem Mal gänzlich von Flammen verzehrt.
Alles fordert der Tod, vergehn ist Gesetz, keine Strafe,
ihre Stunde, sie kommt: Pracht dieser Welt wird zu nichts.

 

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