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Mondscheinsonate

22.09.2026

Sie spielt noch, blind wie eine Somnambule,
und der Sonate atmender Schleier weht
die goldenen Tränen, bis der Mond zergeht
in einer wehmutbleichen Wolkenkuhle.

Der Saal mit seinen wahnhaft klirrenden Lüstern
ist leer. Aus ihrem Haar rinnt wie Arrak
ein Lichtflaum auf des Flügels schwarzen Lack.
Doch ihr Herz scheint Schwermut zu umdüstern.

Frag nicht, wem wohl ihr sanftes Strömen gelte,
ob ihrer blassen Hände hohes Wogen
Gischt aufgerührt hat fern an Orpheus Küste.

Die Tropfen glänzenden Erzitterns trogen,
der Meerflut weißer Muschelton zerspellte
im Dämmern einer todesstarren Büste.

 

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