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Wie es so geht

30.12.2018

Das Leben geht durch einen Spiegel, blind.

Das dünne Blatt des Ohres wird von Raupen,
das heißen sie Musik, das Harmonien,
bis in den Schlaf zersägt und angefressen.

Die Zunge bleibt die Paradiesesschlange,
unvertrieben, keiner Jungfrau zarter Fuß
hat ihrem Zischen noch aufs Haupt getreten.

Das Herz, ein Garten, lang verwildert, wo Aas
in einer Sonne schwarzer Lache stinkt,
ein öder Wingert, wo die Echse lispelt Sand.

Die alte Brache Scham, wo überm Sumpf
von Purpurrosen des Mondlichts Zähne
kreisen, Mücken surren dumpfen Tod.

Die Seele, o die Seele, windet sich, ein Wurm,
dem nichts schmecken will von dem Gekröse,
durchs dunkle Labyrinth der Eingeweide.

 

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