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Uns tragen Wellen

09.09.2017

Alkäische Strophe
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Der Regen weiß ein Schicksal, ans Fenster klop-
fend oder klatschend auf das Schieferdach,
er kitzelt Lüste wach aus Fellen,
trommelt auf fahle Gesichter Farbe.

Erzittern Lichtes Wimpern, verdampft das Bild
der Gegenwart am grauenden Horizont,
bang öffnen Blumen nasse Augen,
Stampfen und Wiehern entrückt die Erde.

Die Trauben aber glühen im Wingert auf,
wenn schon die Echse züngelnd den Stein bewacht,
im hohen Blau ertrinkt ein Gurren,
schattenlos starren am Teich die Weiden.

Bald bettet Mond auf silberne Wellen uns,
da Mund an Mund wir gleiten im Dunkel heim,
uns heben Wellen, tragen Wellen
trunkenen Lieds an der Urwelt Ufer.

 

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