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Wasserzeichen, die verschwimmen

27.03.2026

Wie Lichtgestalten dichter Nebel schluckt
und graues Brausen Gold von Vogelstimmen.
Wir sind wie Wasserzeichen, die verschwimmen,
zart diaphanem Blatte aufgedruckt.

Wie Orpheus Lied erstickt ein schwarzer Gischt
und Rauch den Rosenduft von Troubadouren.
Wir sind im Schnee der Nacht die bangen Spuren,
die Hermes Flügelschuh schon bald verwischt.

Der Liebe Antlitz, Knospe, die zerfetzt
mit scharfen Ruten hat ein Hiobs-Wetter,
belebt mit Schöpferhauch kein Gott, kein Retter,
auf ihre Blüten tritt ein Huf zuletzt.

Laß, Dichter, Tau ein trunknes Wort beschwören,
schon knirscht dein Boot ins Schilf von Nymphenchören.

 

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