Glaubensbekenntnis für Nihilisten
Also glauben wir den in der Sonne
hart gebrannten Köpfen
schmiegsamen Sinns –
und nicht den weichen Birnen
gut gemeinter Neigung,
die Gott sich aus dem feuchten Lehm
verfaulter Wünsche buken
zum lichten Lach-Idol
mit dem Gehörn des Hochmuts
und dem Dorn-Gemächte
erdachter Zukunft.
Den Kopf solchen Idols wird abhauen
der vielgewanderte, der dunkle Mann
mit der Schaufel seines Ruders
oder dem Rad des ewig treuen Sterns.
Also glauben wir nicht den Bonzen
vor den Trikoloren
in lasziven Schärpen,
die mit Versprechen goldener Zeiten blenden
und mit welschen Mythen
lebensmüden Friedens uns betäuben.
Also glauben wir den nackten Gnomen,
wurzelknorrig-dunklen Weisen,
die uns auf edelsten Verzicht
und heitre Armut streng verpflichten
um eine Zukunft ohne Menschen,
eine Schönheit sonder Brunst.
Also glauben wir den lächelnden Propheten,
die uns das schöne Opfer weisen
für ein Leben hoher froher Liebeszeichen
und das Flimmern zarter Schönheitsflecken
auf dem Altar,
wo unsre Herzen brennen
vom heiligen Öl der Sehnsucht,
ihre Flammen küssend zu vermischen,
für einander sterbend,
über sich hinaus.