Das untergegangene Bild
Die Ozeane, schäumend, saugt Mond sie an,
die übers Ufer treten, Ströme, umschilft von Nacht,
was Leben hat erdichtet, Wasser,
Spuren im Sande, löscht aus es wieder.
Die hohen Male, gleißend im Strahl des Ruhms,
wo hieratisch goldene Chiffre glänzt,
sie schwanken schon, sind unterspült vom
Glucksen der Wellen und dunklem Seufzen.
Die Flammen aber, züngelnd im trocknen Gras,
ins Waldreich fräsen gierig sie Schneisen ein.
Der einst sie barg für Vestas Herde,
wischt sich vergebens den Ruß vom Antlitz.
Als Satans Fackel ragt das Gipfelkreuz
und kündet, Asche werde des Lebens Baum.
Die man ihm nahm, des Laubwerks Schatten,
können des Sterbenden Stirn nicht kühlen.
Wir Dämmertrunknen trauern dem Bild nicht nach,
das Lethe schluckt, verrunzelt vom Funkenfraß.
Was einst ikonengleich gelächelt,
wurde zernarbt vom Geschmeiß des Zeitgeists.
Comments are closed.