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Anamnesen

27.08.2017

Der Hühnerstall, kotverfleckt die Stangen,
verrostet der Draht vorm Atemloch,
der geplättete Lehm des Bodens ohne Körner.
Und kein einziges Huhn, nicht eines noch.

Und dennoch hör ichʼs manchmal gackern
in der grünen Nacht.

Der Bienenstock ist kalt und angefressen,
sind keine Waben mehr und keine Bienen,
mit Liedes Süße sie zu füllen, todeskrumm
verstreut am Grund, die übrig blieben.

Und dennoch hör ichʼs manchmal summen
wie im Brunnenschacht.

Die Kapelle auf dem Hügel, eingestürzt,
die Apsis lacht in blaue Aussicht nackt,
des Engels Flügel fächeln Efeuschatten,
der Schnitzaltar, von Taubenkot verschlackt.

Und dennoch hör ich manchmal Fetzen
alter Hymnenpracht.

 

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