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Die weibliche Stimme: Angelika

14.05.2017

Im Rollstuhl

Ich stieg, ein Steinbock,
durch das Herz-Gebirge
bis in das Knirschen und Glimmen
des ewigen Schnees.

So entkam ich den stumpfen Augen
der Menschen des Tals,
die in blechernen Kesseln
über betäubenden Flammen
ihr zähes Gemüt zerkochen.

Ich stieg auf die kahlen Felsen
und stieß mein Gehörn
gegen den blauen Topas des Himmels
und äste die harten Halme des Echos.

Den jungen Bock, der mich anging,
rammte meine zottige Lust,
ich hob ihn beinahe zärtlich
über den schwarzen Spalt
und hörte seinen ersterbenden Schrei.

Ich scharrte im blauen Eis
nach meiner erfrorenen Seele
und folgte dem süßen Ruf des Vogels
zu den kargen Büscheln des Lichts.

Zwischen den Dolchen lautloser Blitze
trank ich die kristallinen Wasser
des ewigen Schweigens.

Manchmal sandte der Rauch
über den Altären der Gipfel
mir den Hymnus meines Opfers,
des Gott wohlgefälligen.

Nie kehre ich wieder zurück.
Geblendet vom majestätischen Weiß
knicke sanft ich ins Verröcheln.
Geier öffnen mir die Seite,
ins Unwirkliche tropft mein Blut.

 

Rezitation:
Die weibliche Stimme – Angelika

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