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Der Ruf

02.08.2016

Am Rand der Wiese, im stummen Schauspiel der Schatten,
schnellten die Uhren wie Schnäbel, zuckten die Zeiger,
es war dir, als bräche eine Ader durchs Erdreich,
oder gepreßtes Stammeln zwischen den Wurzeln
der Wachholdersträucher bildete schwarzgrüne Lachen.

Es war, als suchten die Lüfte und dunklen Aromen
der Beeren und des Torfs zwischen Kieseln und Eicheln,
als suchte der Wind, der zerzauste dir Haar und Gedächtnis,
nach einem Namen, dich zu rufen, zu rufen nach dir …

Es war der Fluß, der dich rief, das erregte Wasser
gefesselten Himmels rief nach dir, und du gingst
über die Schwelle der Schatten, groß und leicht,
das abgetragene Tuch deiner Herkunft abzustreifen,
wie an Sonnentagen auf den Glimmer des Strands,
um einzutauchen in das kühlende Blau des Vergessens …

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