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Die Knospe Schmerz

28.01.2022

Wenn wir im grünen Garten Grauen fühlen,
wie vor den Schlangen, die im Grase lauern,
kann sich das heiße Herz ins Heitre kühlen,
wenn Sternenwinde durch den Efeu schauern.

Bisweilen treiben Blüten auf den Teichen,
die uns wohl sanfter Anmut Hände streuen,
in Dunst und Zwielicht müssen sie erbleichen,
die Sehnsucht mag selbst schwaches Glimmen freuen.

Wir wissen nicht, hat Liebe uns geboren,
entsprangen wir dem Kreuze zweier Schatten,
bang hoffen wir zum Dienste uns erkoren,
ein fernes Läuten läßt uns nicht ermatten.

Schnell blaßt, was wir auf kalte Seelen hauchen,
und was wir träumen, ist wie Schnee auf Schwänen,
doch manchmal kann ein stummer Schmerz uns brauchen,
die Knospe, die sich öffnet unter Tränen.

 

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