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Ein Dämon rief

29.10.2016

Daß du dies liest, wie eine Wolke zieht
an deiner Stirn ein vages Bild vorbei –
daß sich mir schrieb dies müde drängend Lied,

schiebt es ein leichtes Schauern zwischen zwei
entfernte Atemzüge, Vogelschatten,
zog nicht die Wolke schon ins blaue Einerlei?

Wie Reste Schnees auf Hochgebirges Matten
so schmelzen wir in gnadenlosem Licht,
die Strahlen wollen uns kein Sein gestatten.

Und wie dein Traum in fremden Bildern spricht,
die, dunkler Tau, von scheuer Wimper rinnen,
so ist des Tages Reden dunkelster Verzicht.

Und doch fleht jeder Vers um Neubeginnen,
und doch fleht jeder Händedruck sein „Bleib!“,
bis wieder hüllt der Mond sein weißes Linnen

dem Wort, der scheuen Knospe, um den Leib.
So läßt der Herbst uns ohne Wein und Nuß.
Ein Dämon rief: „Aufs Schneetuch schreib!“

O, Lied, das hinschmilzt unter niemands Kuß!

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