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Zauber

21.01.2018

Als würfen die Zweige des Gedichts
zarte Schatten der Erinnerung.

Als fiele auf die graue Wange
die rosige Blüte eines Lächelns.

Als höbe die müde Hand
der blaue Flaum des Winds.

Als hielte Trübsal ans Ohr
die summende Muschel des Schlafs.

Als flössen helle Tropfen
über das blinde Glas des Traums.

Als stillten Flocken Schnees
das Seufzen banger Schritte.

Als lägen auf der Schwelle
blasse Dolden Blütenlicht.

Als stiege aus dunklen Kellern
Sommers Apfelduft.

Als summte in die Einsamkeit
die Biene der Mittagsschwüle.

Als löste sich im letzten Atemzug
die schwere Frucht vom Baum.

Als zitterte an der Wimper der Nacht
die namenlose Träne.

Als würfen die Zweige des Gedichts
zarte Schatten der Erinnerung.

 

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