Verschäumen wie Gras
Schau, wieʼs die Katze macht,
die große Lebenskünstlerin,
all ihr köstliches Sein
perlt ihr auf der Zunge,
der gewandten Tänzerin,
die einem kühlen Rinnsal gleich
der Schenkel Mulden,
die Inseln der Pfoten,
die Kaskaden des Schweifs
überrieselt und
kathartisch bestäubt.
Wie garstig treibt es der Hund,
der sein dunkles Glied
ohne Anmut
mit grober Zunge beschleckt.
Wär denn unser Buddha
das Kätzchen, lehrtʼs uns
inwendig zu lecken
und uns zu entschlecken?
Lehrte es doch nur
die Befeuchtung
der trockenen Seele,
die Befruchtung
der wüsten Seele,
die Katharsis
der sündigen Seele.
Was die Zunge uns sei,
fragst du,
die solch ein Gnadenwerk
vollbringe an uns?
Der Hauch erinnerter Liebe,
das Seufzen verwundener Liebe,
die Tränen, wenn Glocken verhallen.
Hat sie gähnend
sich müd geschmeckt,
hüllt sich die Katze ins Fell,
atmet in Safran-Träumen
oder ihr leuchtet entrückt
der kalte Rubin
der Raubtieraugen.
Wir aber wollen den Augen
das Wollustleuchten
erlassen,
wollen nicht trachten
nach glänzendem Nichts,
wollen verschäumen wie Gras.
Comments are closed.