Der Schmerz
Der Schmerz ist eine Halde grünen Glases,
zersplittert und zermahlen,
die über dir wächst, ein Gewölbe,
in dem es höhnisch rieselt und knirscht.
Der Schmerz ist der blutige Unterkiefer
eines Fuchses, der aus der Ecke der Wand
auf den Brandacker des Schlafes starrt,
erst im fahlen Morgenlicht löst er sich auf.
Der Schmerz ist im blauen Baum der Stille
das weiße Gefieder eines Engels, das Flaum
für Flaum, Feder für Feder der glühende
Schnabel der Sonne zerpflückt.
Der Schmerz ist die in der Tiefe des Rheins
schwänzelnde Zunge des Lieds, der Ball des Kinds,
der hoch im Blattwerk gilbt, der Schrei des Uhus,
der die Schneise des Traums tiefer und tiefer wühlt.