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Hier

15.12.2018

Hier, wo die Taube einsam gurrt
in grauer Lachen ödem Hof,
singt mir der Flocken weißes Lied
vom Süden eines weichen Winds,
vom Blühen eines goldnen Zweigs.

Hier, wo das Herz sich töricht grub
die Schlafstatt unter gelbem Laub,
Morast, wo Widerhall nicht quält,
steigt wie aus dunklem Brunnenschacht
ein Pochen aus der Erde Brust.

Hier, wo das Wort ein Schatten kreuzt,
der Efeu um die Namen seufzt
und deine Spur im Schnee versinkt,
glänzt mir im Mond die Inschrift auf
von Rosen hingegebnen Bluts.

Hier, wo der Liebe Nachtigall
vorm Krächzen harter Schnäbel stumm
in Dämmers bangen Zweigen zagt,
sah ich, wie Kindes jäher Schrei
die schwarze Krähenschar vertrieb.

 

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