Kleiner Schrei im Birkenhain
Herbst des Lichtes leckt
von Borken trügerischen Schnee.
Rascheln, als atme etwas
unter falben Blättern.
Dämmer wischt mit leisen Schatten
der Wegwarten blaue Sehnsucht aus.
In sein graues Fell geschnürt
wagt ein Wispern sich hervor
und prüft den Angstgehalt der Luft
mit winzigen Antennen.
Sie tasten um die Aura einer Göttin,
in den Brautschleier des Todes straff gehüllt.
Laubwerk der Nacht
hat vom schwanken Genist des Überdrusses
ihrer Blicke kalte Glut
schon oft versengt.
Lautlos flügelnd krümmt sie
die erbarmungslose,
von keinem Schluchzen je erweichte,
schreckensnackte Kralle.
Das purpurrote Mark
des kleinen Schreis
zerfetzt sie mit dem Säbel
des erinnyenscharfen Schnabels.
Was sie ausgewürgt, Gewölle,
die Erde schluckt’s
und bildet humoristisch hochgestimmt
aus den kahlen Knöchlein
ein feenzartes Traumgespinst
für liebeskranke Dichter.
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