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Parva Poetica II

30.03.2017

Den Mund sprechen lassen
wie die Quelle,
eigenen Wassers froh,
eigenen Plätscherns.

Das Herz flattern lassen
wie in Lüften unbeschwert
ein aus dem Schlag
entlassenes Täubchen.

Die Augen schweifen lassen
wie Hunde in der Nacht,
die über Gräben springen,
gierig lecken aus Pfützen.

Die Hände gleiten lassen
wie Papierbötchen,
die auf Wassers Lächeln
in die Dämmerung tanzen.

Die Ohren wässern
wie trockene Schwämme
im Brausen des Sturzbachs,
bis sie ertauben.

Die Träume binden
wie jaulende Kojoten
an die alten Eichenstämme
tief wurzelnden Worts.

Die Gedanken ziehen lassen
wie die Wolken
in das alles löschende Blau
oder warten, bis sie regnen.

Die Bilder sich spiegeln lassen
wie die überhangende Frucht
im stillen Teich
des leergeträumten Parks.

Die Erinnerungen bewirten
wie langgewanderte Gäste
am Tisch mit den Früchten, den Veilchen,
bis sie gähnend zur Tür hin schlürfen.

Die stummen Lieder baden
wie runzlige Greise
in den blauen Wogen des Abends,
bis ihre Lippen zaghaft beben.

Die Gespenster umwickeln
wie nackte Enterbte
mit dem Samt der Geduld,
dem Blattgold des Schweigens.

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