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Wechselgesang

28.03.2017

Rufe aus Tälern,
die noch dampfen,
bevor die Sonne siegt.

Schauer in Wipfeln,
das Recken des Winds,
der Blätter Aber-Tausend-Chor.

Tropfen, geschüttelt
aus den Flügeln der Luft,
heller Refrain der Teiche.

Eingezogener Atem
nächtlichen Munds,
der das blaue Ei des O geformt.

Entlassener Hauch
erwachter Seelen,
der ein gelbes Ah aus Nestern scheucht.

Ahnengeister steigen
aus Wurzeln, Wassern und Steinen
in die Adern von Blume und Baum.

Liebesgeister neigen
Schalen über Pfade und Gärten,
Tau zu spenden dem Rauschen der Gräser.

In harmonischem Wechsel
zeugt Ton den Gegenton, Leid das Lied,
und Sporen surren aus der Klause der Angst.

Blütenbestickte Schleier
sinken auf das runzlige Angesicht der Erde,
grämliche Furchen glänzen von Tränen.

Es pflückt der Mensch die Frucht,
die goldene, die ihm aus Dämmerung erwuchs,
mit Augen, wenn Dankgefühl sie feuchtet.

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