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Auf den Toten schwitzt Asphalt

31.05.2020

Auf den Toten schwitzt Asphalt,
und die drüber hasten, haben
Blutes nicht, sind Taggespenster.

Kein Mensch ist, dessen Lippen weich
wie weiche Blüten Duft
hauchen hohen Lebens Lob.

Blicke, hart von Nichtgeweintem,
wühlen aus dem Fleisch der Bilder
Egel, Traumgewürm.

Kein Wort ist, dessen zarter Flügel
auf dem Halm der Stille zittert,
keines, das am Blumenmunde saugt.

Langsam ritzt ein Geisterdorn
Wunden in die Stirn der Nacht,
und sie tropfen fahles Licht.

Kein Ohr, dem Dunkel sanft geneigt,
hört fern wie aus versunkenem Wald
eine Nachtigall.

 

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